Taurin

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Räumen wir gleich zu Beginn mit den Mythen und Legenden auf, dass Taurin aus den Stierhoden gewonnen wird. Ähm – wie soll das überhaupt gehen? Kopfkino aus – back to life, back to reality: Der Begriff Taurin stammt von der lateinischen Bezeichnung für Stiergalle ‚Fel tauri‘ bzw. vom griechischen Wort ‚tauros‘ für Stier und wird 1838 erstmals in der Literatur erwähnt. Die beiden Chemiker, Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann entdeckten das Taurin 1827 bei ihren Untersuchungen der Verdauungsvorgänge von Rindern. Es gelang ihnen, den Stoff aus der Gallenblase eines Ochsen zu extrahieren. Und so simpel ist dann die Wahrheit über die Entstehung dieses Begriffs.

Taurin ist ein natürliches Stoffwechselprodukt im menschlichen und auch in vielen tierischen Körpern. Beim Erwachsenen wird es im Gehirn und der Leber unter der Beteiligung von Vitamin B6 selbst hergestellt. Es befindet sich besonders konzentriert in den Muskelzellen, im Gehirn, im Herzen, im Blut und in den Augen. Täglich bildet der Körper bis zu 125 Milligramm davon. Hinzu kommen bis zu 400mg, die der Mensch über seine Nahrung aufnimmt.

Vor allem in Fisch, Fleisch und Milch kommt er vorzugsweise vor. Muttermilch enthält im Übrigen besonders viel Taurin, was für die Neugeborenen deswegen ein grosser Vorteil ist, da sie es noch nicht selber produzieren können.

Als Abbauprodukt erfüllt das Taurin einige Funktionen im Körper:

– es gilt als Antioxidans und fängt freie Radikale ab

– es ist an der Bildung der Gallensäure und somit an der Fettverdauung beteiligt

– er fördert die Entgiftungsfunktion der Leber

– es ist massgeblich an der frühkindlichen Entwicklung des Gehirns, der Augen und des Wachstums beteiligt

– es unterstützt die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels

– es unterstützt die Immunabwehr

– uvm.

Zu den Anwendungsgebieten des Taurins als Zusatzstoff gehören Energydrinks und Nahrungsergänzungsmittel. Hierfür wird es künstlich in Nahrungsmittellabors hergestellt und ist zBsp. als Getränk, Kapseln oder Pulver erhältlich. Die Einsatzmöglichkeiten sind trotz fehlender Studien äusserst umfangreich.

Am häufigsten wird es zu folgenden Zwecken eingesetzt:

– Bildung der Netzhaut und der Nervenzellen bei Neugeborenen

– zur Energiegewinnung (besonders verstärkende Wirkung beobachtet im Zusammehang mit Koffein)

– als Zusatzstoff in Haarwuchsmitteln

– zur unterstützenden Regulierung des Blutdrucks

– zur Regulierung des Cholesterinspiegels durch vermehrten Gallenfluss

– bei Erkrankungen mit oxidativem Stress (zBsp. Diabetes)

– zur Mitbehandlung bei Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen

– zur besseren Ausscheidung von Schwermetallen

– uvm.

Die möglichen Risikogruppen für einen Mangel sind vor allem Säuglinge und Veganer, letztere weil das Taurin ausschliesslich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Dadurch können sich Folgekrankheiten bilden wie eine erhöhte Infektanfälligkeit, da die Immunabwehr instabil wird. Weiterhin kann es zu Wachstumsbeschwerden, Netzhautdegeneration und Erkrankungen des Herzmuskels führen.

Noch weiss man leider wenig über die vielfältigen Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten des Stoffs. Es gibt Studien, die die positive Rolle von Taurin bei der Dezimierung von Muskelschäden beobachteten . Teilnehmer, die bei muskelschädigendem Gewichtheben teilnahmen, stellten fest, dass es dabei half, Schäden und Muskelkater zu reduzieren. Zusätzlich zu diesen Leistungsaspekten könnte es Vorteile für die Gewichtsabnahme durch die Erhöhung der Fettverbrennung bieten. Bei Radfahrern erhöhte die Einnahme von 1,66 Gramm Taurin diese um 16%.

Die entsprechende Forschung steht zwar noch in ihren Anfängen, allerdings wird vermutet, dass in Zukunft Taurin auch als Medikament bei diversen Erkrankungen zum Einsatz kommen könnte. Beobachtungen zeigen, wie der Stoff das Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Senkung des Blutdrucks und von Entzündungen zu verringern mag. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Funktionen der linken Herzkammer verbessert werden und sich das Nervensystem beruhigt.